also dann, kein telefonat am wochenende.
Sonntag, 31. August 2008
und ich weiss wieder genau, warum ich damals in diesem klassenzimmer saß und dieses verlangen, diese sehnsucht nach echtheit so groß war, dass ich mir die hand vor die augen hielt und so tat, als würde mich die sonne blenden. in wahrheit aber wollte ich die tränen verbergen, die sich vor meinen augen sammelten. es ist so viele jahre her, aber es kommt mir vor als wär es gestern gewesen, wie wir unter den ersten schneeflocken des winters draußen standen. wie wir uns versteckten, unter dem dach. wie wir das leben ausprobierten. wie ich versuchte einen weg zu finden, der mir entsprach. und sonst keinem anderen. und für einen augenblick wünsch ich mich zurück in die zeit. zuerst in das jahr, in dem es zu schwierig war. in dem jeder tag schwarz und unerträglich war, alles zerbrach. dann in das jahr, wo ich ausbrechen konnte. in das jahr, in dem es galt dem leben das mark auszusaugen. und dann in das letzte jahr. als es galt, die erfahrung zu machen, dass das mark des lebens fast unendlich ist. war es nicht unglaublich, an dem pult zu stehen und mit meinen eigenen worten diesen großen raum zu erfüllen? in gerade diesem moment zu begreifen und aber vor allem zu sehen, dass die eigenen empfindungen denen der anderen glichen? und das, obwohl wir alle aus völlig verschiedenen richtungen kamen und in verschiedene richtungen gehen würden? das ich, ich alleine, zu solchen worten fähig war? überhaupt, zu begreifen worum es ging? worauf es ankommt? den kampf zu führen, der keiner war, sondern nur ein einfordern der eigenen bedürfnisse? diese beklemmung, den weg selbst in die hand zu nehmen und allein in das zimmer zu schreiten, den stift zu nehmen und selbst die unterschrift zu setzen - war sie nicht befreiend? und der schmerz, der mich in den letzten tagen und noch darüber hinaus begleitete, war er nicht wunderbar? zeugte er nicht von soviel? und war es nicht unglaublich, monate später über tausende von kilometern hinweg genau zu verstehen, was in ihnen vorging? all das zu schaffen, ohne den normalen weg gehen zu müssen? ich habe nichts verpasst. ich habe alle erfahrungen gemacht, die es galt zu machen. ich habe alle leistungen erbracht, die von nöten waren um heute an dieser stelle zu stehen. alles war richtig, so wie es war. und es ist richtig, so wie es ist. und es wird richtig werden, so wie es wird. und jetzt werde ich aufstehen und wieder meinen weg in die hand nehmen. es ist nur ein kleiner schritt. aber dieser kleine schritt wird etwas ins rollen bringen und mich ein stück näher an den ort bringen, nach dem meine seele lechzt. mein herz schlägt. jeder noch so kleine schritt wird mich dahin bringen, wohin mich meine sehnsucht hintreibt. nämlich dorthin, wo ich die wege wählen kann, die ich brauche und nicht die, die vorgeschrieben sind. und meine größte schwäche wird mich dabei unterstützen. mich zurückholen, wenn ich vom weg abgekommen bin. und meine größte stärke wird mich bremsen, wenn ich zu schnell laufe. und mein herz, das wird schlagen. jeden tag. mich führen und leiten. und mein kopf, der wird das umsetzen. der wind wird mich antreiben und meine hände werden werken und arbeiten, und meine füße, die werden mich tragen.
Samstag, 30. August 2008
ja, und dann noch wie wir bei der roten ampel alle aus dem fenster schauen. und wie sie dann ihre haarlocke durch die finger zieht und dann so furchtbar erwachsene und vernünftige dinge sagt wie "ich weiss gar nicht mehr, wie weit ich ging." und in dem moment will ich sie beneiden. schaff ich aber nicht ganz.
little girl
liebe n.,
wozu ein schulhof nicht alles gut ist, nicht wahr?
ich glaube, es war ganz gut, dass du gestern nicht mehr nach hause gefahren bist. und ich hoffe, dass du stattdessen an einen ort gebracht wurdest, an dem du dich mal richtig ausweinen und vielleicht auch deinen hals kühlen kannst. denn wenn du mit deinen 12 jahren schon weisst, was ein selbstmord für auswirkungen hat, dann brauchst du jetzt nicht mehr zum hausarzt. da müssen nun experten ran. und wenn du der meinung bist, dass nur ein selbstmord die lösung deiner probleme ist, dann kann man nur hoffen, dass diese experten es auch ernst meinen.
ich persönlich glaube auch, dass der ort, wo du jetzt bist, die einzige richtige lösung ist. ich glaube, es tut dir ganz gut, deinen vater erst einmal nicht zu sehen. weisst du, die s. war gestern hier und hat sich nach dir erkundigt. sie kennt das mit ihren 12 jahren auch, wenn der vater 35 mal pro woche ausrastet und anfängt, familienmitglieder zu vermöbeln. und sie musste auch sofort wieder an damals denken, als in b. ein vater schlechte laune hatte und alle seine kinder umgebracht und danach noch gleich das haus angezündet hatte.
liebe n., da brauchst du jetzt echt kein schlechtes gewissen haben. und dir vor allem von deiner mama kein schlechtes gewissen einreden lassen. wenn dir dein vater ein messer an die kehle setzt und schwört, dich umzubringen, da ist das dann völlig in ordnung, wenn man erst mal nicht nach hause möchte. echt jetzt. dann ist dein vater jetzt zwar alleine, aber vielleicht sind ja die leute vom amt so hilfsbereit und schicken ihn an einen ort, wo er die möglichkeit hat, seine kranken gedanken und durchgeknallten aggressionen auf eine ganz andere art und weise auszuleben - nämlich alleine und in einer 3x3 meter grossen zelle? das wäre doch schön, oder?
die anderen kinder haben sich ganz schön sorgen um dich gemacht. sowas erlebt man schliesslich nicht jeden tag, statt mathe und kopfrechnen versuchter selbstmord auf dem schulhof. du hast allen einen ganz schön großen schrecken eingejagt. aber das war auch gut so, denn endlich macht man mal die augen auf. und schau, selbst deine mama hat sich gestern zum ersten mal auf deine seite gestellt, sie hat nämlich nicht mehr alles abgestritten und verharmlost. und das ist doch auch schon mal eine ganz neue erfahrung, oder? und vielleicht möchtest du ja mal mit jemandem reden, der ähnliches erlebt hat? frag doch einfach mal in deiner klasse rum, ich verspreche dir dass mehr als die hälfte ähnliche erfahrungen beisteuern können. oder frag doch mal in deiner nachbarschaft, denn dort wo du wohnst werden sich auf jeden fall leidensgenossinnen finden.
liebe n.,
gut, dass es ironie und sarkasmus gibt, nicht wahr?
vieles wird sich ändern. entweder wird es besser für dich oder schlimmer. warten wir es ab. und wer weiss, vielleicht hat deine aktion ja auch solche auswirkungen auf aussenstehende, dass dadurch unglaublich gefestigte gottesbilder ins wanken geraten? denn es wird zeit, dass jemand die augen aufmacht und sich die frage stellt, wie man so etwas verantworten kann. wie man (wenn man denkt wie er) so einen gott über alle maßen hinaus so verehren kann. das, was wir seit jahren versuchen, wäre dann ganz allein dein verdienst und du hättest dann immerhin unsere familie gerettet.
gut, dass du trotz all dem doch immer noch genug vertrauen hattest, den schal zu lösen.
Donnerstag, 28. August 2008
klunkensauger.
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wenn er so die lippen schürzt und dabei leicht grinst, dann denke ich immer vor mir sitzt ein schimpanse. (wenn ich dann sage "jump on it" und er es versucht, aber dann von der schaukel fliegt, dann denk ich mir: okay. doch kein schimpanse.)
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in the act of what could maybe
save us from sleep and what we are
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panik. und sofort bereit zur flucht. sofort unter starkstrom. weg. weg von dem, was dir nicht gut tut. "tut mir leid für euch, aber dann werde ich mich jetzt zurückziehen." unzulänglichkeit. da, wo schneewittchen und die zwerge saßen. und die zwerge sitzen.
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"ach, egal. er ist ja eh bald im irak."
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zu grenzenlos. 'hier, hier bin ich! holt mich doch ab, nehmt mich an die hand, zeigt mir die zusammenhänge!' das rufen sie die ganze zeit. mit händen und füssen. aber keiner, der sie dort abholt. da bringen auch 8 ha land nichts, wenn nur liebevoll bewahrt wird. gehört das dazu? macht man das dann so? "man kann sie nach zwei wochen noch nicht damit konfrontieren." konfrontation? um himmels willen. jetzt gehts aber los. und dann dieses rumstehen immer. ich weiss nicht, soll ich jetzt? darf ich jetzt? kann ich jetzt? wenn doch alle sehen, wie er mit dem holz und dem wasser - wieso steht keiner auf und bringt mehr wasser? seltsam. echt.
oder:
studenten. raus aus der uni, rein in die praxis-und die weisheit immer mit löffeln gefressen.
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die krümel im müsli! der balkon!
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dass es mich genau 0 sekunden lang berührt.
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nach oben! nach oben! ich will nach oben!
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und auf der anderen (langen) seite: weg von dem, was nicht gut tut?
oder umstände berechnen, ausrechnen, prioritäten verschieben, abwägen, verlust und gewinn? dass der aufwand grade maximal zu hoch ist, das ist ganz klar. (aber, moment mal, das hiesse ja - himmel, was für eine entscheidung! was für konsequenzen!)
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to drag
(auf dass es mich genau 0 sekunden lang berühren möge!)
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wie er durch das lied rast. und auf kosten des unglaublich flotten klaviers wörter wie "home" verschluckt. (und als er die worte spricht, habe ich eine wahnsinns gänsehaut.)
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8:09 uhr. oh laughing man, what have you won? dont tell me what cannot be done.
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ich geh den weg allein.
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ein familienvater, der seit tagen vermisst wird.
die frage der eltern, ob der wald denn noch sicher wäre. bei einem selber nur beklemmung und sprachlosigkeit, weiter bin ich noch nicht.
Montag, 25. August 2008
und das man nach einem tag schon alle 23 namen auswendig und dann auch noch richtig zuordnen kann, das ist dann für das verhalten der kinder eher kein aushängeschild.
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der rülpsbaum im wald.
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"wir geben alles der natur zurück." und dann sollte ich den ganzen abfall im hof verteilen.
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you're in the army now.
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ob ich denn angst hätte, alleine im herrenhaus zu schlafen. (das herrenhaus war kein herrenhaus und alleine wäre ich, genau betrachtet, auch nicht gewesen. ich hab dankend abgelehnt.)
Sonntag, 24. August 2008
Samstag, 23. August 2008
Freitag, 22. August 2008
Donnerstag, 21. August 2008
das d-wort. die d-familie. sie hätten eine tour durchs elsaß geplant. colmar, strasbourg, die strecke halt. ich empfehle hunawihr und fahre weiter. als sie mit dem auto vorbeifährt, geht das fenster nochmal runter und sie ruft: ja wie ich das denn machen würde? wo ich denn schlafen würde? (gibt es noch irgendwen im umkreis von 20 km, der noch NICHT weiss, wo ich praktikum mache?)
on the road again
das haus! das boot! die balkone! die kinder! die frau!
der mensch hats gut gemacht.
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ende von a gegen ende von b. und in der nacht bin ich gegangen, mit der wut im bauch. das ende der vernunft gegen das ende der kraft.
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da oben, wo die technik fast schon luxoriös wirkt, da ist es schön. schlicht bunt. schwarz und braun. und träume laufen fast lebensecht durchs frischgemähte gras. und das, was ich sehe, gefällt mir sehr.
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in 6 stunden eine hausarbeit. wenns geht, dann gehts.
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der hauskey im atlantischen ozean.
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beide sitzen zurückgelehnt. sie legt ihre runzlige hand auf seinen runzligen arm. "ihr freund da eben, der hat so schön gewunken am bahnhof. das ist die schönste zeit oder? wenn man so jung ist." ich nicke und sage "ja, auf jeden fall!" die sitznachbarin lacht. er will mir dann später helfen, mit meinem koffer. ich sage "ach, das passt schon." und zerschmetter mir fast mein schienbein. lachen tut nur er. später will ich ihm dann helfen, als er mit seinem koffer richtung tür will. er sagt: "wir sind noch nicht alt. ich bin 83, sie ist 89, sehen wir so aus als ob wir das nicht schaffen würden?" lachen tu nur ich. und helfe dem personal trotzdem. weil ich ihr noch was sagen möchte. wir schieben also die koffer zur tür, und als die alte dame sieht, dass ich nochmal da bin, sagt sie "alles gute für sie, alles gute für sie!" und legt mir die hand auf den arm. etwas leiser sagt sie "sie wissen, wie es geht." und ich sage "ja. sie aber auch." zwei minuten später halte ich einen bahn-gutschein in der hand. vom personal. (ihr könnt ihn haben, wenn ihr mir nochmal die omi zeigt. mit dem glitzern in den augen, als sie vom winken sprach.)
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und die 6 herren geschäftsreisenden, in ihren schicken anzügen. das verdutzte lachen, als der mitt-30er merkt "oh. tatsächlich. der koffer IST schwer."
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"der sitz sah so bewohnt aus."
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sie spielen karten und ich muss an TIMMEY! und ANTITIMMEY! denken.
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und nach einem jahr merke ich dann, dass ich im handy nur 10 entwürfe speichern kann. und beim 11. entwurf wird der erste automatisch gelöscht. was habe ich mich geärgert. [jetzt habe ich einen entwurf, in dem steht "das leben ist ein pilgerweg und ein tanzparkett" aus dem reisetagebuch der frau neben mir (oder aber statt tanzparkett 'traumplatz', ich konnte es nicht entziffern) - der entwurf über das sigur-ros konzert, der wurde dafür gelöscht. was habe ich mich geärgert.]
Montag, 18. August 2008
Donnerstag, 14. August 2008
Dienstag, 12. August 2008
bittersweet
es wäre ein leichtes gewesen, aufzustehen und zu gehen. stattdessen schicke ich mich weiter zurück. hinab. in die abgründe. dort, wo der dämon lebt. dessen dürren finger sich wie algen um den brustkorb legen. heute kann ich nicht kämpfen. und ich gebe die kontrolle ab. and then my mind went dark.
Montag, 11. August 2008
the story is in the soil, keep your ear to the ground
selbst der wählton des telefons klingt lahm und lustlos.
ein viertel der schuld schieb ich offiziell auf die wohnung. dass sie mich nicht halten kann. und ich kaufe auch nicht viel ein. nur so, dass es grade eben reicht. und nur haltbares. das zweite viertel der schuld schiebe ich aufs studium. auf die frage zwischen glory und passion. das dritte viertel auf die menschen, die mich umgeben und langweilen. das letzte viertel geht an den körper, der sich nur schwer unter kontrolle hat. die finger, die da trommeln. die füsse, die da zappeln.
unterm strich aber schiebe ich die ganze schuld auf den momentanen unstillbaren hunger auf grenzenlosigkeit. veränderung! ausbruch! das verlangen, strecken hinter mich zu bringen. den boden unter den füssen verlieren und dann verändern. abfahren und anzukommen. der norden ruft. von ganz allein.
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"komm mir nicht zu nahe, sonst kann es geschehen,
dass wir beide lichterloh in flammen stehen."
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das verrückteste ziel, was ich mir jemals gesetzt habe. aber unter den momentanen umständen sogar möglich und erreichbar. ist das der absprung? nach all den jahren? vielleicht. der ehrgeiz fängt an zu kochen. und am liebsten würde ich jetzt gleich ins telefon springen und anfangen.
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die ganze thematik umdrehen. genau DAS ist es. die lösung.
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i read the body count out of the paper. and now it's written all over my face.
Samstag, 9. August 2008
Sunrise, sunset.
Sunrise, sunset.
Swiftly go the days.
Sunrise, sunset.
You wake up, then you undress.
It always is the same.
The sunrise and the sunsets.
You are lying while you confess, keep trying to explain.
The sunrise and the sunsets
You realize then you forget what you've been trying to retain.
Towards a sunrise or a sunset, a scribble or a sonnet.
They are really just the same.
(bright eyes)
Freitag, 8. August 2008
no, not at all
und wie sie so vor sich hinredet klicke ich mich gedankenverloren durchs netz. und dann, als ich zufällig auf ein bild mit blumen auf einem viel zu eleganten wagen stosse, schaff ich nicht mal mehr ein "aha", so unglaublich sprachlos bin ich. ich entdecke leute von früher und ich muss wieder begreifen, dass in erinnerungen niemand älter wird.
damals ist für mich alles stehengeblieben. das dorf, die menschen, die beziehungen. jetzt bin ich geradezu erstaunt zu sehen, dass es neue plätze gibt. dass bestimmte beziehungen nicht mehr existieren. dass sich die menschen weiterentwickelt haben. ich weiss nicht wieso, aber es trifft mich und ich höre nichts mehr von dem was sie sagt und es fällt mir auch schwer, einfach überhaupt was zu sagen. es ist mehr als 5 jahre her. aber das ist mir in dem moment egal. und dann die typischen bilder: wie er auf der treppe steht, wie er ihr den ring ansteckt, der tanz vor der hütte. das bild, wo das groß gerahmte bild hoch oben über all den anderen saufköppen hängt.
und mir fallen in all dem unerwarteten menschlichen fortschritt nur zwei worte ein. beständigkeit und treue. beständigkeit für sein leben. treue für seine art zu leben.
Donnerstag, 7. August 2008
Mittwoch, 6. August 2008
Dienstag, 5. August 2008
time has told me
ich seh die zwei, munter am stramplen. kopf und körper sind sich einig: außen dran vorbeiziehen. den berg hoch. oben dann. die lunge brennt wie verrückt. ich biege um die kurve und sehe diese monster-steigung. als wäre der berg nicht schon genug gewesen. hinter mir die beiden. kopf ganz klar: ich muss da hoch. und zwar bevor DIE oben sind. oben angekommen, die lunge blutet. fast. weiter. weiter. immer weiter. nach 3 km sehe ich die bank. sitze 2 minuten neben statt auf dem rad. und erst als ich mich wieder auf den rückweg mache, ist auch der puls wieder da, wo er hingehört. auf dem rückweg bin ich dann erstaunt, dass es auch einfach geht. mit der monster-steigung. wenn keine menschen im spiel sind. wenn ich fahre, so, wie es grade gut für mich ist. wenn ich fahre, ohne jemanden überholen müssen zu wollen. ohne den ehrgeiz, von hinten nach vorne. noch schneller oben anzukommen. ohne den ansporn, die eigenen grenzen zu übertrumpfen und die kräfte hinauszögern zu wollen. ohne den siegeswillen, als erstes oben anzukommen. besser zu sein. und ich schalte runter und fahre. in zeitlupe. na und? was solls? ich muss mich nach vorne lehnen, denn ich habe das irre gefühl, mein rückgrad kippt hinter die senkrechte. ich fahre mit ehrgeiz, ansporn und siegeswillen. aber anders gerichtet. nicht nach außen, sondern nach innen. nicht "besser als sie", personenbezogen, sondern "besser als eben", fehler- und auf-mich-bezogen. oben angekommen bin ich zufrieden. leave the ways that are making me be what I really don`t want to be.
eigentlich wollte ich dann untenlang. am wasser. aber links, da seh ich die beiden. SCHON WIEDER. wie oft sind die mir heute schon begegnet und haben mich überholt? 6 mal? und wieso sehen die noch so fit aus? sie stehen, ruhen aus und beraten. kopf und ehrgeiz schütteln sich die hände, als ich - natürlich - den wasserweg meide und stattdessen mit wucht an ihnen vorbeiziehe. egal wo ich rauskomme, ich kenn die strecke nicht. aber diese kleine genugtuung, die gönn ich mir von herzen. blöd: hinter der kurve dann ein ewig lange berg. ich seh die beiden im augenwinkel. hoch. hoch. als erstes oben ankommen. als erstes oben angekommen. und dann wieder runter. kurz ausruhen, davon ausgehen, sie endlich abgeschüttelt zu haben. am nächsten berg dann die bodenlose frechheit. von links aussen kommt sein unverschwitztes rosa hemd. zieht vorbei. "ja servus! wir sinds schon wieder!" DAS GIBTS DOCH NICHT! dann zieht sie vorbei: "ja, wir schon wieder. nur sie sind viel beständiger als wir." wtf? diesmal bleib ich hinter ihnen. fahre die 1,5 km mit blick auf ihr weisses hemd. 20 meter vor der abfahrt dann, da ignoriere ich das knirschen in knie und lunge und ziehe zum letzten mal mit gutem tempo ganz aussen links vorbei. ich biege links ab, sie biegen rechts ab. hinter der nächsten kurve, auch hier widerstehe ich wieder dem drang, kurz anzuhalten und schicke mich völlig ko die letzte anhöhe hinauf. am haus angekommen bin ich sehr zufrieden.
nowhere. and it's now.
I've got better things to do
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wie wenig man versteht. wenn ich gewusst hätte, dann wäre es anders gewesen. er lag da. und ich dort. seltsame gefühle. die kluft durch unverständnis. unwissenheit. und dann sprang der eingebildete selbstschutz an. ganz automatisch.
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when the back lights have broken.
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frei bewegen kann ich mich erst, als sie weg sind. und ich laufe mit einer selbstverständlichkeit durch das haus, dass ich lachen muss.
und während ich sitze und lücke um lücke fülle und versetze, denke ich mir: das hatte ich mir anders vorgestellt.
(natürlich habe ich die tür abgeschlossen. auf so einen blödsinn habe ich gerade überhaupt gar keine lust.)
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Won't you come and say
If you know the way to blue?
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es passt alles nicht mehr. gar nichts. ich will dieses verständnis nicht. und als ich aus dem fenster schaue, sehe ich, wie das wasser auf die unterseite des blauen kahns tropft. und wütend gehe ich, nehme das rad und bemerke nicht einmal den regen.
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I ain't more than a minute away from walking
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ich drücke auf den knopf, und es geht. und allein dafür, dass er die cult da stehen hat, verdient er jenes attribut. und als die ersten töne den leeren raum füllen, komme ich zurück und will mich an das erinnern, was wichtig ist. ich bin hergekommen mit einem "wollen" und "können", ich bin zurückgeblieben mit einem "müssen". jetzt liegt es an mir, mir das zu erklären.
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A double kick drum by the river in the summer
Montag, 4. August 2008
Samstag, 2. August 2008
mitgerissen.
nach wochen, ach, nach MONATEN zum ersten mal. der wirkstoff knallt sofort erbarmungslos ins blut. die kopfschmerzen passen sich an. hämmern im takt mit den caixas. die surdos schleudern sich durch die gesamte blutbahn, der körper nimmt den fremden herzschlag auf. das reissen geht in die venen. vereint beide herzschläge. wie konnte ich ohne? die caixas knallen, drängen sich zwischen den stampfenden herzschlag. die muskeln zucken. die shakers leiten, umfassen den rücken, stossen in den beat. nach wenigen sekunden der sturz in die fluten. die donnernden surdos fangen auf. alles ohne apito. er schmeisst die ganzen hände, mit seiner stimme. macht den clown. schreit: dersoundauspaderborndemdieleutevertraun. wie kann man sowas in worte fassen? die surdos starten wieder. die peitschenden caixas reissen ihr donnerndes stampfen hoch, antworten, hängen sich dran. kaum niedergelassen im bass, reissen wieder hoch. wer einmal blut leckt, der will noch mehr. der wirkstoff groove im gesamten blutkreislauf. zügellos. rhythmus-nivana.
und dann nochmal. und wieder baut sich der grund auf, un dos tres: surdo-solo. wie ein wasserfall. stampfenaufdichzu fallenüberdichher bretternüberdichhinweg. und wieder caixa. mischen sich ein, peitschen mit rasender geschwindigkeit dazwischendahinterdavorüberall wie kann man sowas in worte fassen? das herz pumpt. der kopf ist leer. voll mit. diefingerzucken. völlig gefangen im eigenen kreislauf. gesichert zwischen stampfenden und wirbelnden geschwindigkeiten. es gibt seit den ersten vier sekunden keinen eigenen herzschlag mehr.
manche seiten an mir gehen manchmal unter. wie konnte ich ohne? ein wasserfall an rhtyhmus. 85x2 ergibt 170 hände. das herz pumpt. nach sieben minuten lege ich auf. und kann nicht fassen, warum ich nicht auf die idee gekommen bin, nächste woche nach hause zu fahren.
Freitag, 1. August 2008
und wie man durch den wald läuft (vor sich: wurzeln, hinter sich: wurzeln, neben sich: wasser), da denk ich mir: der mensch ist eine sonderbare erfindung. der mensch. alles muss er unbedingt sehen, anfassen, fühlen. überall eindringen, seine fussspuren hinterlassen. sich einquetschen, in geschichte raum und zeit. alles muss er begaffen. überall muss er langlaufen und angucken. seine nase reinstecken, sich einbringen, seine gedanken in die welt spritzen. (ich bin ja selber so. ich muss ja selber sehen und fühlen und anfassen. und wenn es nur das wasser ist, dass an der einen stelle noch eiskalt zwischen den steinen hervorspringt. ich bin ja selber so. und wenn ich dann auch noch zum tourist werde, dann finde ich das zwar immer noch sonderbar. aber immerhin akzeptabel. bis mir wieder auffällt, wie sonderbar der mensch ist.)
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kristallblaue augen. mal unnahbar und fern. ruhig und mit glatter oberfläche. man würde hineinspringen. wenn da nicht etwas wäre. was davon abhält, in stille wasser zu springen. see no reflection at all. und dann aufgewühlt, wie stürmische see. aber die wellen sind weich, kräuseln sich und wenn man die hand hineinstreckt, spürt man, dass es unter der oberfläche noch andere dinge gibt.
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troops to enforce yourself.
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rückversetzt in der zeit. als ob sie die herren der lüfte wären. mühelos gleiten sie. leben über der stadt. reign. und wir nur geduldet. klein und beeindruckt. die ausnahme, die am strassenrand steht, bestätigt diese fantasie-tastische spinnerei.
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there's something that we both can't deny
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in jenem moment ist es okay. die beste lösung. später dann, als alles ins auge gebrannt und sichtbar, da seh ich mich als lächerlich. das bin nicht ich. bin ich das? die aussenwirkung auf sich selbst.
und später dann, als alles ins auge gebrannt und sichtbar, da finde ich es genauso unerträglich. das bin ich. aber das will ich nicht sein.
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wie es geht und wann ich komme. sie müssen mich mal gehen lassen. wenigstens für ein paar tage. raus aus dem geflecht, dass sich an manchen tagen wie schlingen um die füsse legt. und mich bremst und stolpern lässt. (im grunde tun sie es ja. mich gehen lassen. es war der moment.)
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spagat zwischen nichts und gar nichts. urlaub. traumhaft.
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"its a beautiful morning. the sky is black as ink."
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wie kann er mich ertragen, wenn ich mich selbst nicht ertragen kann?
if this is communication
i disconnect
-
ab nächster woche wieder ein bombastischer sternenhimmel. dimensionen. (aus weiter ferne die lichter. die mich an dich erinnert haben.)
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so viele eindrücke. so wenig worte. so wenig ausgesprochen. hitze, farben, menschen, gerüche, häuser.
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und dann die eigendynamik, wenn allein schon menschen von unterschiedlicher nationalität aufeinanderprallen und ohne etwas zu tun schon zuviel getan hat. menschen. sonderbare erfindungen.
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"es ist früh im jahr und ruhig in den weinbergen von hunawihr. nur ein leichter wind kräuselt ein paar schneeflocken durch die luft." (04.02.2001)
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lalala. taubtaubtaub.
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"und wenn du erst verstanden hast, was in deinem eigenen kopf passiert, stellst du dich auch einer ganzen herde von fliehenden pferden. ob du sie alle aufhalten kannst, ist eine andere frage. flieh! auf! hinaus ins weite land. die welt ist aus ton, und es wird scherben geben. aber wen interessiert das heutzutage schon?"
-
und wo bist du, wenn es schneit?
