ich seh die zwei, munter am stramplen. kopf und körper sind sich einig: außen dran vorbeiziehen. den berg hoch. oben dann. die lunge brennt wie verrückt. ich biege um die kurve und sehe diese monster-steigung. als wäre der berg nicht schon genug gewesen. hinter mir die beiden. kopf ganz klar: ich muss da hoch. und zwar bevor DIE oben sind. oben angekommen, die lunge blutet. fast. weiter. weiter. immer weiter. nach 3 km sehe ich die bank. sitze 2 minuten neben statt auf dem rad. und erst als ich mich wieder auf den rückweg mache, ist auch der puls wieder da, wo er hingehört. auf dem rückweg bin ich dann erstaunt, dass es auch einfach geht. mit der monster-steigung. wenn keine menschen im spiel sind. wenn ich fahre, so, wie es grade gut für mich ist. wenn ich fahre, ohne jemanden überholen müssen zu wollen. ohne den ehrgeiz, von hinten nach vorne. noch schneller oben anzukommen. ohne den ansporn, die eigenen grenzen zu übertrumpfen und die kräfte hinauszögern zu wollen. ohne den siegeswillen, als erstes oben anzukommen. besser zu sein. und ich schalte runter und fahre. in zeitlupe. na und? was solls? ich muss mich nach vorne lehnen, denn ich habe das irre gefühl, mein rückgrad kippt hinter die senkrechte. ich fahre mit ehrgeiz, ansporn und siegeswillen. aber anders gerichtet. nicht nach außen, sondern nach innen. nicht "besser als sie", personenbezogen, sondern "besser als eben", fehler- und auf-mich-bezogen. oben angekommen bin ich zufrieden. leave the ways that are making me be what I really don`t want to be.
eigentlich wollte ich dann untenlang. am wasser. aber links, da seh ich die beiden. SCHON WIEDER. wie oft sind die mir heute schon begegnet und haben mich überholt? 6 mal? und wieso sehen die noch so fit aus? sie stehen, ruhen aus und beraten. kopf und ehrgeiz schütteln sich die hände, als ich - natürlich - den wasserweg meide und stattdessen mit wucht an ihnen vorbeiziehe. egal wo ich rauskomme, ich kenn die strecke nicht. aber diese kleine genugtuung, die gönn ich mir von herzen. blöd: hinter der kurve dann ein ewig lange berg. ich seh die beiden im augenwinkel. hoch. hoch. als erstes oben ankommen. als erstes oben angekommen. und dann wieder runter. kurz ausruhen, davon ausgehen, sie endlich abgeschüttelt zu haben. am nächsten berg dann die bodenlose frechheit. von links aussen kommt sein unverschwitztes rosa hemd. zieht vorbei. "ja servus! wir sinds schon wieder!" DAS GIBTS DOCH NICHT! dann zieht sie vorbei: "ja, wir schon wieder. nur sie sind viel beständiger als wir." wtf? diesmal bleib ich hinter ihnen. fahre die 1,5 km mit blick auf ihr weisses hemd. 20 meter vor der abfahrt dann, da ignoriere ich das knirschen in knie und lunge und ziehe zum letzten mal mit gutem tempo ganz aussen links vorbei. ich biege links ab, sie biegen rechts ab. hinter der nächsten kurve, auch hier widerstehe ich wieder dem drang, kurz anzuhalten und schicke mich völlig ko die letzte anhöhe hinauf. am haus angekommen bin ich sehr zufrieden.
Dienstag, 5. August 2008
time has told me
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