wenn ich dann aufstehe, kann ich gekonnt über den grauen rand weggucken. und als ich das so merke, da denke ich: ach ja, genauso ist es doch. wenn ich liege und ruhe, dann rast die zeit viel zu schnell. und grau umgibt mich, denn hier ist ruhen in den eigenen vier wänden grau. aber wenn ich aufstehe, dann kann ich einfach über den grauen rand weggucken. und die zeit rast zwar doppelt, aber anders. und dann denke ich: nee. stimmt nicht. der unterschied ist: mein horizont ist nicht grau. mein horizont ist rot und blau und vielleicht auch braun oder schwarz oder gelb. wer weiss das denn schon. auf jeden fall ist er anders.
und ich denke, dass das, was passiert, nicht das ist was ich will. und auf einmal merke ich: das was passiert - das wollte ich immer. und auf einmal funktioniert gar nichts mehr. und dann merke ich: hat es eigentlich nie. und ich sage zu mir selbst: lass doch mal. tu doch mal. lass doch einfach mal. wer weiss denn schon.
und ich kann mich an das leben nicht mehr erinnern. an das leben vor schweden. natürlich weiss ich noch wo ich wohne. und wo ich studiere. und die leute, an die kann ich mich auch erinnern. ich bin ja nicht ganz blöd. aber schon bei den gerüchen wirds schwer. und auch bei mir selbst. an mich kann ich mich kaum noch erinnern. so daran, wie ich war bevor ich gegangen bin. vor knapp nem halben jahr. und ganz ehrlich - ich will nicht dahin zurück, dahin woran ich mich nicht erinnern kann. ich möchte, dass die zeit stehenbleibt. und gehen, nein. gehen will ich nicht. nicht nach hause.
wo soll ich denn jetzt auf einmal hin? es ist ja nicht so, dass es plötzlich kam. das ende. es ist ja eher so, dass es eig entlich immer da war. und auf einmal bemerke ich die doppeldeutigkeit in meinen eigenen worten. zeit rast. ich hab doch letzte woche erst angefangen. bin doch letzte woche erst nach schweden gekommen. war es letzte woche oder vor 5 monaten? wer weiss das denn schon? ich höre zuoft "das letzte, die letzte, unser letztes". das wort ist so endgültig. die tage werden so endgültig. und das ende, das sieht man mittlerweile überall. damals sagte ich mir: am ende, dann ist es soweit. und heute, da war es soweit. und direkt nach der mündlichen ging ich raus in den strömenden regen. und morgen werde ich nochmal hingehen und den rest holen. "als aufmunterung. für danach, wenns zu ende geht." - das hab ich mir damals gesagt. und morgen ist 'damals' schon hier.
und irgendwie werde ich ja auch ruhiger jetzt.
und ich akzeptiere das ja auch alles irgendwie.
aber tu ich das wirklich?
wer weiss das schon.