Dienstag, 19. Mai 2009

wenn ich so im bett liege und aus dem fenster schaue, da ist der untere rand vom fenster ganz grau. vom ganzen regen in den letzten tagen. so unschön grau und schnodderig und das aus-dem-fenster-gucken macht dann nicht so wirklich viel spass.
wenn ich dann aufstehe, kann ich gekonnt über den grauen rand weggucken. und als ich das so merke, da denke ich: ach ja, genauso ist es doch. wenn ich liege und ruhe, dann rast die zeit viel zu schnell. und grau umgibt mich, denn hier ist ruhen in den eigenen vier wänden grau. aber wenn ich aufstehe, dann kann ich einfach über den grauen rand weggucken. und die zeit rast zwar doppelt, aber anders. und dann denke ich: nee. stimmt nicht. der unterschied ist: mein horizont ist nicht grau. mein horizont ist rot und blau und vielleicht auch braun oder schwarz oder gelb. wer weiss das denn schon. auf jeden fall ist er anders.


und ich denke, dass das, was passiert, nicht das ist was ich will. und auf einmal merke ich: das was passiert - das wollte ich immer. und auf einmal funktioniert gar nichts mehr. und dann merke ich: hat es eigentlich nie. und ich sage zu mir selbst: lass doch mal. tu doch mal. lass doch einfach mal. wer weiss denn schon.

und ich kann mich an das leben nicht mehr erinnern. an das leben vor schweden. natürlich weiss ich noch wo ich wohne. und wo ich studiere. und die leute, an die kann ich mich auch erinnern. ich bin ja nicht ganz blöd. aber schon bei den gerüchen wirds schwer. und auch bei mir selbst. an mich kann ich mich kaum noch erinnern. so daran, wie ich war bevor ich gegangen bin. vor knapp nem halben jahr. und ganz ehrlich - ich will nicht dahin zurück, dahin woran ich mich nicht erinnern kann. ich möchte, dass die zeit stehenbleibt. und gehen, nein. gehen will ich nicht. nicht nach hause.

wo soll ich denn jetzt auf einmal hin? es ist ja nicht so, dass es plötzlich kam. das ende. es ist ja eher so, dass es eig entlich immer da war. und auf einmal bemerke ich die doppeldeutigkeit in meinen eigenen worten. zeit rast. ich hab doch letzte woche erst angefangen. bin doch letzte woche erst nach schweden gekommen. war es letzte woche oder vor 5 monaten? wer weiss das denn schon? ich höre zuoft "das letzte, die letzte, unser letztes". das wort ist so endgültig. die tage werden so endgültig. und das ende, das sieht man mittlerweile überall. damals sagte ich mir: am ende, dann ist es soweit. und heute, da war es soweit. und direkt nach der mündlichen ging ich raus in den strömenden regen. und morgen werde ich nochmal hingehen und den rest holen. "als aufmunterung. für danach, wenns zu ende geht." - das hab ich mir damals gesagt. und morgen ist 'damals' schon hier.

und irgendwie werde ich ja auch ruhiger jetzt.
und ich akzeptiere das ja auch alles irgendwie.


aber tu ich das wirklich?

wer weiss das schon.

Sonntag, 10. Mai 2009

und dann sehe ich ihn den weg zum waschhaus laufen. obwohl laufen, nein, er läuft nicht. er tanzt. in der linken hand die wäsche, in der rechten sein ipod und er springt und dreht sich und die sonne bricht brachial durchs fenster. und dann laufen sie zu zweit, hand in hand den weg entlang und mitten im gespräch schaut sie zum fenster hoch. ganz kurz und ohne irgendetwas sehen zu wollen.

must have been ages, denke ich als ich den schlüssel im schloss umdrehe, den raum betrete, meine taschen abstelle und durch das rollo die schwedische sonne sehe. als ich das rollo hochziehe und auf die uhr schaue, sehe ich, dass es nicht mal genau 24 stunden waren.

glück und zufriedenheit.
zuhause.




highways flew by.

run run run away
no sense of time
i want you to stay.


Mittwoch, 11. März 2009




und dann habe ich diesen jungen mann geküsst, während er von der security aufgefordert wurde zu gehen. ich hielt seine hand und zog ihn zurück und er küsste mich und ich küsste ihn und dann drehte ich mich um und lief die treppe hinauf. und ich schaute zurück, und er stand noch immer in der halle. und er schaute mich an, während die security seine arme griff, und ich lief die stufen wieder runter und küsste ihn. und dann wurde er rausgeschmissen. und ich ging wieder nach oben. und die welt drehte sich, immer schneller und lauter und die gesichter der menschen verschwammen.


Sonntag, 8. März 2009




wenn finnen anfangen zu trinken, dann kann man da nicht mithalten. beim besten willen nicht. man kann sich nur wundern, wo das ganze bier hingeht. und wieso der mechanismus noch funktioniert. (aber: man kann sich vorstellen, wie die finnische sprache entstanden ist.)

wenn finnen gucken, dann kann man da nicht mithalten. geht einfach nicht. man kann sich nur wundern.
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der mann-mit-hut-dance. und überhaupt - das war ja wohl MEIN abend schlechthin. und schneller soll sich die welt drehen, und weiter und höher und lauter und bunter!! kravall!

(beim aufstehen dreht sich die welt immer noch. sie soll aufhören. einfach stehenbleiben und warten.)
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kühlschrankpoesie. auf englisch und schwedisch. und kühlschrankwahrheiten. ich brauche nur einen blick in mein neues kühlschrankfach werfen um festzustellen, in welchem maße ich die räume um den kühlschrank herum wirklich als mein neues zuhause empfinde. ja, anders bekomme ich es einfach nicht hin.
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und während ich auf dem sofa liege und schwedische langlauf-übertragung gucke, denke ich mir, ja, jetzt könntest du einschlafen (was mir wirklich sehr selten passiert: auf irgendwelchen sofas einschlafen). und kurz bevor ich wirklich einschlafe, denke ich noch einmal über die wortlosigkeit nach, mit der die drei herren in der küche gleich nebenan kochen. drei männer (spanien, schweden und japan) kochen so wundervoll nebeneinander her und wechseln anderthalb stunden lang kaum ein wort miteinander, wie ich es noch nie erlebt habe. diese stille, obwohl nein, stille war es nicht - eher zufriedenen wortlosigkeit. und das hat mich letzendlich einschlafen lassen. und ich habe mich selten, wirklich selten so dermassen zuhause gefühlt wie in diesem moment zwischen wachsein und eingeschlafen.
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und vielleicht ist der versuch, alles ganz einfach farblos und simpel zu halten, gar nicht so richtig. ich weiss es ja auch nicht. ich weiss ja auch nicht immer alles.
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und er ist der erste, der das wohzimmer sieht. und das zimmer. und er füllt den leeren raum so sehr. und ich möchte den gelben ball mit dem gesicht nie mehr anfassen. ich lasse ihn einfach liegen, bis ihn seine sehnigen hände mit den feinen linien wieder aufheben.
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"all he told me was that you came back to his to have some moonshine"
menschen reden zuviel.
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anders. intensiv.
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was ist denn jetzt eigentlich los?
tod, schwangerschaft und neue mitbewohnerin an einem morgen.
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und während ich es in den ersten zwei monaten völlig übertrieben habe, ist es jetzt ganz anders. weil alles, was ich dort gesucht habe, zwischen all den menschen und nationalitäten und kulturen und biergläsern und absolut-vodka-flaschen, das ist auf einmal hier.
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und dass er zwar da ist, aber nicht hier oder ich nicht dort, das versteh ich irgendwie nicht.
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wenn deutsche englisch reden, erkennt man das sofort. und wenn spanier englisch reden, dann erkennt man das auch sofort. und wenn er im wohnzimmer sitzt und lacht, dann hört man das auch sofort. durch die tür.



Montag, 26. Januar 2009



und als ich mich endlich dazu durchgerungen habe, endlich mal wieder einen abend alleine zu verbringen - ohne korridorparty, ohne leute, ohne rumgekoche - und dann solange unter der dusche stehe, bis die ganze haut völlig verschrumpelt ist, da ruft er auf einmal an und sagt, sie stehen alle vor der sauna. und im hintergrund natürlich der rest. wondering, where i am and what i am doing. mensch leute, echt, das geht so nicht!
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und als ich vor dem fenster stehe und klopfe und warte, da kommt einer der finnen daher und dann fängt es an zu schneien.
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und dann stellt sich raus, dass er der 2. auserwählte für die olympischen spiele war. und dann sitz ich in dieser halle und seh diese körper fliegen und denk mir nur so: uf. während er ansteht, sieht er immer wieder rüber und lacht und nach jedem sprung kommt er zurück und erklärt und erzählt und macht handstand und kommentiert und guckt. und bei jedem sprung spür ich die anspannung und wie von selbst bohren sich meine fingernägel in die handfläche und ich wage kaum zu atmen bevor er wieder auf dem boden steht und ich denk mir nur: komm da bloss wieder heile runter. und dann zieht er noch die autogrammkarte aus der tasche und ich muss mir das lachen dermassen verkneifen. es wirkt nicht überheblich, nur äh ja, lustig. und dann ist er wieder in der luft und dreht und fliegt und wendet und rollt und springt und landet und macht saltos und ich sitz auf meinem stuhl und wage wieder kaum zu atmen.
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überhaupt, dieses ganze bier-bezahl-kronen-shots-system, man hätte meinen können, da wären 10 deutsche am werk gewesen.


Sonntag, 25. Januar 2009




and then, in some early hours of the day, we were sitting half lying at the sofa - just the few last guys, which prefered to stay inside. all the others already went home, to their places here in linköping. we stayed, resorbing the last company of the night. or the first of the day, it doesnt matter. must have been about an hour, just lingering on this red sofas by sharing the last beer, waiting for kind of hung-over and watching some guys cleaning up the mess. and by sitting half lying there right nex to him, the dearest boy touched my arm, in a way of shyness, warmth and friendship.

and i was sitting half lying there, and something in me exploded.


Samstag, 17. Januar 2009




und dann denkt man erst: jaaa! und dann: oh ja! und dann: ach man.
ich schicke sie vor, weil ich selbst nicht fragen will. und als sie mich mitten im gespräch über schlehenschnapps und selbstgebranntes dann anschaut und ganz unauffällig den kopf schüttelt, stehe ich auf, suche meine jacke, verabschiede mich von den franzosen und ukrainern und schweizern und finnen, sage zu ihm noch schnell "jau, bin dann weg ne" und gehe mit ihr durchs treppenhaus, an all den korridoren vorbei. "bei 1 jahr, da hätte ich noch gesagt wart zwei wochen. aber 7 jahre? nee, da lass die finger davon!", sagt sie noch. und ich gehe nach hause und sehe auf einmal, wie sich alles wiederholt. und weiss auf einmal, dass ich nicht will dass sich alles wiederholt. vor allem aber habe ich den absprung gefunden. und das ist der unterschied. hoffe ich.

und als ich im bett liege und mir der kopf schwirrt vor lauter namen, nationen und namenhaft internationalen bieren, denke ich noch "oh whiskey-river take my mind" und irgendwann schlafe ich ein. zufrieden. unzufrieden. whatever. was solls.

Mittwoch, 14. Januar 2009


i'm quiet not feeling home here. i'm feeling kind of lost.

Mittwoch, 7. Januar 2009


36 stunden vor abflug fang ich solch einen blödsinn an. und es zerreisst mir ein wenig das herz, als ich dann im wagen sitze und sich das auto immer weiter vom haus entfernt und durch den frischen schnee kämpft. und wenn ich mehr zeit hätte, dann. so aber, ja so aber (oder gerade deshalb) empfinde ich die bittersüße zerrissenheit als