(spülmittel kann tatsächlich schimmeln.)
Montag, 23. Juni 2008
Sonntag, 22. Juni 2008
unsagbar weit
wenn man ein lied jahrelang hört, und immer ist da dieses eine wort, dass man nie ganz versteht. weil so genuschelt wird beim singen. und wenn man dann nach einer langen zeit endlich mal nachguckt was für ein wort das überhaupt ist, das ist dann fast so spannend wie der brief ohne absender im briefkasten, auf dem in der Adresszeile "79... Fuck-Freiburg" steht.
Donnerstag, 19. Juni 2008
you know, how i feel
Und ich sitze mal wieder im Zug. Schon am Gleis eben, ich hatte dieses Gefühl. unterwegs zu sein. on the road. Irgendwo einsteigen, irgendwo anders wieder aussteigen. Die Zynikerschweinekartei, wie Max Goldt es so treffend formuliert hat, habe ich daheim gelassen. Ein wenig beneide ich sie, ich meine – Dortmund. Das ist immerhin nah dran an Paderborn.
Egal. Fallen Männer weniger als Frauen? Fallen Jungen weniger als Mädchen? „Bist du in der Lage zu bestimmen, wann Mama an die Decke geht?“ Beim ersten Mal bin ich gegangen, um zu flüchten, aber hab ich mir das eingeredet oder war es wirklich so? Vier Fragen, drei völlig unterschiedliche Lebensbereiche. Ein Raum. Pädagogik der frühen Kindheit.
Und wie sie da sitzt, mit ihm. Sie hat es souverän gemacht. Und wie er da sitzt, offen, vorsichtig, interessiert. Stellt die richtigen Fragen als Bestätigung. Und dann fällt der entscheidende Satz. Und dann noch einer. Und der nächste. Und manch einer findet sich wieder in der Analyse. Ich zumindest. Und ich frage mich, wie es wäre, dort mit meinen Eltern zu sitzen. Mit Mama und Papa. Denn es geht ums Verstehen. Allein darum.
(Ich glaube, wir Erwachsene müssen „verstehen“ irgendwie neu lernen. Kinder können es. von Anfang an. Und reagieren einfach. Wir müssen es neu lernen. Neu lernen zuzuhören. Zuzusehen. Und die Perspektiven zu wechseln. Und dann zu sich selber in Distanz treten. Um zu verstehen. Um neu zuhören zu können. Um neu verstehen zu können. Das ist die Basis für die Glaubwürdigkeit, die dieser Beruf braucht. Von der dieser Beruf lebt. Ohne geht’s nicht. Oder haben Sie schon mal eine frustrierte Erzieherin gesehen, die für sich selbst den Horizont verloren hat - gleichzeitig aber pädagogisch hochwertvolle Arbeit leistet? Aha. Eben. Geht nicht. Nur so sind wir in der Lage, nicht FÜR Kinder, sondern MIT Kindern Lösungen zu suchen und dann verstehend pädagogische Konsequenzen zu ziehen. In Einzelfällen entscheidet der Mensch, nicht die Theorie. Pädagogik der frühen Kindheit.)
Er liest in ihr wie in einem Buch. Eine Bereicherung für jeden Einzelnen. Und ich fülle den Bogen nicht aus. Ich streiche ihn durch. Und schreibe drunter, dass Noten in diesem Fall keinen Sinn machen. Weil in diesem Fall Kriterien keinen Sinn machen. Weil er sich nicht in Kriterien einteilen lässt. Da war diese Erkenntnis. Dass man in diesem Rahmen Lernprozesse nicht auf jene Art und Weise bewerten kann. Es wäre Verrat gewesen. An mir, an ihm. An den ganzen Stunden, die wir gemeinsam in diesem Raum verbracht haben. Und ich habe eine Träne im Auge. Genau wie er. Er WAR eine Bereicherung für uns. Für jeden Einzelnen. Richtig „verstehen“ konnte man das erst heute. Als er dort saß. Mit ihr. Und uns zeigte, wie es geht. Mit dem „verstehen“. Und auf einmal heißt das ganze nicht mehr nur „Sich selbst verstehen“, sondern ab heute heißt es zusätzlich „Fremdverstehen“.
Und ich frage mich, wie es wäre, dort zu sitzen. Denn es geht ums Verstehen. Allein darum. Während der letzten Tage habe ich oft erschreckt festgestellt, wie wenig ich weiß. Von früher. Und genau dafür brauch ich euch. Euch zwei. Und Niemanden sonst. Ich will den Halt zurück, den ich zu einer anderen Zeit nicht gespürt habe.
Und dann die Frage nach Mut oder Leichtsinn.
Und dann die Frage des Vertrauens.
Und dann zu sich selbst in Distanz treten.
Und während sie dort vorne sitzt, frage ich mich: warum. Und ich glaube verstehen zu können, warum ich damals gegangen bin. In den Norden der Welt. (Ich bin gegangen, um zu flüchten. Habe ich mir das eingeredet oder war es wirklich so?) Und warum gleich noch mal? (Vor allem aber frage ich mich, habe ich es abgebrochen wegen mir oder wegen ihr? Und vor allem, weiß sie das?) Und warum ich jetzt gegangen bin. Ans andere Ende von Deutschland.
(Ich kann deren Probleme nicht auffangen, deshalb gehe ich. „Kann Papa entscheiden, wer im Kindergarten dein bester Freund ist?“ „Nein“„Kannst du denn entscheiden, mit wem Papa am liebsten zusammen ist?“ „Öh, nein.“ Ermutigen, sich rauszuhalten? Oder ermutigen, sich einzumischen? Es gibt keine klare Antwort. Man kann die Liebe der Eltern nicht beeinflussen. Trotzdem frage ich mich, wie es wäre. Wenn wir dort säßen.)
Ich glaube verstehen zu können, warum es ausgerechnet der Kindergarten sein sollte. Ich weiß jetzt, warum ich da sitze bzw: wie ich da hingekommen bin. Um zu verstehen. Und um fremdzuverstehen. Aber das, das muss man erstmal verstehen.
(Und im zweiten Zug hab ich dann das Gefühl, als säße mein Passwort neben mir. Denn genau so hatte ich mir das irgendwie vorgestellt. )
Dienstag, 17. Juni 2008
Donnerstag, 12. Juni 2008
secret sky
vertrauensbruch, ein bedürfnis nach ordnung. für den ausbau des dachbodens der keller als fundament. abklären, was wir aus den grundstrukturen gemacht haben. "verstehst, was ich meine?"
es ist erwiesen, dass gute-nacht-geschichten kindern helfen, den "kampf" ums einschlafen zu überwinden. was aber nicht erwiesen ist: wieso muss es überhaupt einen kampf geben? und auch: wieso bestaft man eigentlich ein kind mit sinnloser materieller beschäftigung, wenn es den impuls hat, sich mit einer erzieherin beschäftigen zu wollen? (bewusst "man" gewählt. selber zu oft in der lage gewesen, besser hätte reagieren müssen zu können.) wie kann es sein, dass kindergarten-personal - obwohl, nein, anders: viele sind unzufrieden mit dem heutigen stand der erzieherin in der gesellschaft. nur rumspielen, kaffee trinken, bilder malen. wir wissen es besser. was wir leider nicht besser wissen: 70% der arbeitszeit gehen für organisation, verwaltung, vorbereitung drauf. schade eigentlich. verfehlt es doch leicht den eigentlich sinn. auch müsste es heissen: 'wie kann ich die gruppe nutzen, um dem einzelnen kind gerecht zu werden?' und eben nicht umgekehrt. (klingt hier so leicht. und einfach. und logisch. und als der prof dann noch fordert, bei nicht-erfolg die stelle zu wechseln, ja sag mal, in welcher zeit leben wir denn? im seminarraum schön und gut. aber draussen? ich kanns mir nicht vorstellen. (aber es wäre irgendwie schön.))
ich komme nach hause und bin zufrieden. es sind alles nur verstehenshilfen.
und über die wahrheit entscheidet eh die praxis. und nicht die theorie.
Mittwoch, 11. Juni 2008
und als sich dann ein wort ans nächste reiht und sie verlangt, dass ich höre höre höre höre höre höre höre höre höre höre höre, gehen mir die haare senkrecht. wenn das stimmt, das mit der generation vor uns und ihrem ausdiskutieren bis zum bitteren ende - dann war das heute eine durchaus überflüssige reise in die vergangenheit. immer alles totdiskutieren. wozu? ich verstehs nicht. und in diesen räumen zu sitzen, das ist schwer im moment. wieso genau hab ich heute erst verstanden. es ist so simpel. und so blöd. ich kann doch nichts anderes als dieses eine. kinder sind da so viel simpler. ihr konzept ist einfacher. leider steht uns genau jenes nicht mehr zu. würde man es auf uns erwachsene übertagen - man würde als unfair, unreif, unsensibel, unmöglich gelten. es funktioniert einfach nicht. dabei ist es kein stück verwerflich vorzeitig aufzugeben. und mit dieser einsicht laufe ich durch die stadt (schade. ein lebensgefühl kann man nicht kaufen. man kann es zwar schon kaufen, aber ach was solls.) und vermisse die große anonymität, die meiner meinung nach in den strassen der stadt zu grassieren hat (wie geht sowas? mit den zwei seiten gleichzeitig? wieso kann man gleichzeitig hassen und lieben? verachten und wertschätzen? vermissen und, ja, was eigentlich?) trotzdem staune ich nicht schlecht, als mir auf einmal jemand auf die schulter tippt. so lange blind gewesen. nichts gesehen. dafür zu viel gehört.
und noch was ganz anderes: erst als er dann anruft, und mir dann mitten im verzweifelten restchaos kurz vor schluss die insel durch den hörer schickt, da weiss ich dann: zu lange taub gewesen. nichts gehört. (sein lachen nicht gehört.) man, das funktioniert so nicht. und ganz ehrlich? mir wird das langsam zuviel. das ständiges zurückgehen. das ständige aufarbeiten und ewige nachfragen. das ständige nachbohren und ewige antwort-suchen. jetzt ist aber mal gut! auswendig lernen, fakten einpauken - ein bisschen mehr stupides lernen, bitte. das erträgt ja sonst kein mensch! (und bei dem brief - ich hab ja eh sofort wieder angst gehabt, dass ich es gar nicht lesen mag.) schön dagegen: "stuhlkreise sprengen". der plan vom nahraum. der fernseher im nebenzimmer. das spiel mit dem feuer (verbrannt.). einfach mal ja sagen. und beim auflegen denk ich noch " ach man." ich hab ihn doch gern. und er hat ja schon recht. im täter ein opfer sehen. emotionen und so. aber ich bin jung. und ich hab ein anrecht auf wut, angst und ärger. ich darf mich noch leiten lassen. ich darf fehler machen. what you call the disease, i call the remedy. und zwischendurch frage ich mich dann auch noch, wie ich da mithalten soll. mit all den grossen menschen, die es schaffen, das mit dem leuchten und so. die ahnung davon haben, wie das ist. das alles war schon vor mir da und es ist wesentlich massiver als ich. und das ist mir ja auch klar. da kann ich einfach nichts machen. (und dass ich mich dann nicht auf 0-1-2 kodierungen konzentrieren kann, das ist da in ordnung, denke ich.)