die luft ist erfüllt vom donnern. ich halte das seil in der linken hand. wieso genau, weiss ich nicht mehr – eigentlich bin ich doch rechtshänder. vielleicht hatte ich auch in beiden händen ein seil. ja, ich denke so wars. die ganze luft ist erfüllt von donnern und stampfen, hart trifft eisen auf asphalt. die füsse vor der senkrechten, zurückgelehnt fliegen wir über die strasse. schneller, immer schneller im vierteltakt. immer wieder blicke ich kurz nach links und rechts und sehe wippende köpfe. sie alle (und ich auch) können ihre nasen nicht weit genug in den himmel strecken, als ob sie das meer schon riechen könnten. ihre augen sind klar und hellwach. ich gebe mehr seil, es wird mir gedankt durch unbändige power. vereinzelt treffen wir auf menschen: die, die uns entgeistert anschauen, sind touristen. die, die die daumen recken und uns zulachen, sind einheimische. wir lachen zurück. ich gehe an die spitze – vor mir nur eine strasse die niemals endet und ein himmel klar wie die nacht. als wir den hof erreichen, bremsen wir nicht ab sondern donnern durch die einfahrt und kommen erst kurz vor dem gatter zum stehen. wir bauen um, es scheint, als ob das leder kracht. die vor kälte klirrende luft ist erfüllt von dampfendem atem und bebenden flanken. wir gönnen uns nur eine kurze pause, zu gross ist die sehnsucht nach dem meer. ein teil der gruppe bleibt zurück, zu viert verlassen wir wieder den hof. in weiter ferne sieht man verirrte nordlichter.
als wir wieder zurückkehren, haben sich alle beruhigt. ich öffne das gatter und schreie auf, als mein daumen im torgelenk hängen bleibt. das seil rutscht mir aus den händen und es folgt eine atemlose stille.
auf dem rückweg geben wir die sichtbare kontrolle und alle seile ab und wir treiben die herde vor uns her. wieder ist die luft erfüllt vom donnern, diesmal abgeschwächt durch den weichen untergrund neben der strasse. die kalte luft brennt in den lungen. wir sind auf dem heimweg und alle wissen das. ein letztes mal ziehen wir das tempo an und versuchen, durch geschwindigkeit die dynamik zu steuern. wie in jeder gruppe gibt es auch unter uns eine intolerante zicke. sie hat an allem etwas auszusetzen und irgendwann sehen wir nur noch die gruppe am horizont verschwinden. teamgeist teamgeist teamgeist!, denke ich noch und schaffe es, noch vor der heimischen hofauffahrt mit ihr wieder zum rest der gruppe zu stossen. der kies spritzt auf, schnee wird durch die luft geschleudert, der kaffee steht schon auf dem tisch.
Dienstag, 25. November 2008
kein weg zurück
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