meinen fall hätte man in der verwaltung nicht verstanden. der chef wollte mich rausschmeissen, die sekretärin trotz unfassbar menschlicher kälte nicht. "es ist schwierig, wenn man einen fall hat, bei dem man nicht weiss, wo er hingehört. das nervt." ach, tatsächlich?
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ich fühle mich grossartig, als wir unerwartet wieder in der tür stehen. ehre gebührt dem, der zum lachen bringt. ehre dem clown.
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und als es mit 5 sekündiger verspätung aus der schrankwand kippt, macht das mort subite seinem namen aller ehre. 5 jahre altes bier stinkt bestialisch.
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"zieh es ins lächerliche!", das bete ich runter. immerimmerimmerwieder. so lange, bis die konzentration wieder auf sportverletzungen geht. das semester wird hart.
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überhaupt, sportdozenten. schrecklich.
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shaking hands with a hurricane
It's a colour that I can't describe,
It's a language I can't understand
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es war wohl irgendwann zwischen weihnachten und silvester. ich glaub, es war sogar direkt an silvester. ich saß auf der treppe und führte dieses telefonat a la "hey. ich weiss jetzt wie er heisst." "wer?" "er." "wer ist er?" "na er." "der aus l.?" "ja." "der dich schon zwei mal besucht hat?" "ja und, wie heisst er?" "hendrik" "..." "..." "du weisst, was das heisst." "ja" "brings ihm schonend bei."
in dem alter hatte man einfach keinen freund namens hendrik.
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die erkenntnis, dass auch die starken verletzbar sind. die verblüffende erkenntnis, dass andere meine erfahrungen teilen. die einsicht: alles greift zusammen und ineinander und auseinander und miteinander.
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3 generationen. ich habe noch nie 3 männer aus 3 verschiedenen generationen gesehen, die sich allein durch gesten, körperhaltung und frisur so ähnlich sind. völlig fasziniert sitze ich im seminar. man hätte das licht ausschalten können, es wäre egal gewesen - ich habe das gefühl, im ersten teil des raumes sitzt eine 1000-watt-birne. eisblaue augen, strohblonde haare, weißes hemd, hellbraune hose. aber es war nicht nur sein äußeres erscheinungsbild. es ist die einigkeit, die mich gefangen nimmt. und befangen macht. so eine situation kannte ich bisher nicht. ich denke, er sah es mir an und ich war dankbar, dass er mich erst in der pause draussen auf dem flur anspricht. er erzählt vom wendepunkt im leben seinens sohnes, von wichtigen erfahrungen und einsichten. er war ja immer schon ein bisschen langsamer, sagt er. und dann, dann sagt er etwas, was mich sprachlos macht. er sagt: "dein weg klingt gut. ich bin nicht zufrieden mit dem, was er macht. als vater ist das immer ein bisschen schwierig. mein gott ja, manchmal ärger ich mich schwarz über seine dämlichkeit! na und? darf ich das nicht?" nach der pause referiert er über familienentwicklung, über suchtprävention und fishbowlübungen.
nach dem seminar gehe ich nicht nochmal rein, sondern verlasse mit den anderen das gebäude. es gab schon genug chaos. was gäbe es erst recht für chaos, wenn einer von den weibern mitbekommt, das wir uns im seminar siezen und auf dem flur duzen?
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seltsam oder normal. gabs da mal nen unterschied?
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wie ein hungriges tier laufe ich auf und ab, von einer challenge zur nächsten. nur mit dem unterschied, dass ich nicht hungrig bin. und auch nicht laufe. aber ich gebe mir mühe. und lasse mich darauf ein. und nur darauf kommt es an.
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das fehlt mir. ableiten, erden, auf ein ziel richten.
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wie er mich vor beginn übers mikro auffordert, den sitzplatz zu verlassen und doch stattdessen den stehplatz einzunehmen. ich tue ihm den gefallen, ziehe den rest mit hoch und bin seltsam ergriffen. mein mitbewohner, der depressive rockstar. bei dem gedanken muss ich lachen. ich lasse mich von seiner begeisterung anstecken und habe keinen schimmer.
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rituale, die die kraft haben aufs leben zu verweisen.
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wenn man dann ins gespräch kommt, über schwedische und deutsche studiengebühren und wohnheimsplätze direkt am campus und fähren - dann kriege ich oft zweifel. die zeit nimmt mir die gelassenheit und ich muss mich immer wieder zur ruhe zwingen. die geschichte eines jungen mannes, die mir die augen wieder öffnet. mir von einer puren und unverfälschten sehnsucht erzählt, die ich im laufe des studiums vergessen und unter druck falsch rekonstruiert habe. eine geschichte, die mir mein fernweh zurückgibt.
Dienstag, 21. Oktober 2008
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