irgendwann wird das gras klamm. der platz neben mir ist unbesetzt, niemand darf sich setzen, ich halte ihn frei für den winter. ich kann ihn schon riechen, den schnee und den regen, die kalte nacht und die eiskalte luft. wir schauen zusammen über das dorf. ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich glaube, einmal habe ich jemanden mit hier hoch genommen. ich versuche mich zu erinnern, aber ich weiss nicht mehr. ich weiss vieles nicht mehr. es ist lange her. was wohl passiert, wenn ich morgen aufwache? ist irgendwas anders? dreht sich die welt schneller? ist jemand abgestiegen? was ist über nacht passiert auf der welt? dann ruft der mitbewohner an. erzählt von verdrehten kontonummern, verpatzten soundchecks und weissen hasen. ich kann weder folgen noch zuhören. wir verabschieden uns und ich lege auf. wie sie eben mit mir über die wiese gelaufen ist. sie wird älter. jeden tag. was wohl passiert, wenn ich eines morgens aufwache? wenn sie nicht mehr da ist? was wird das für ein tag? ich kann es mir nicht vorstellen. ich schaue über das dorf. hier bin ich gross geworden. hier gab es die schönsten winter. was wohl passiert, wenn ich eines morgens aufwache? und die erinnerungen an früher immer blasser werden? wenn ich mich auf einmal gar nicht mehr erinnern kann? dann fällt mir ein, dass ich wieder vergessen habe der hochschule zu schreiben. was wohl passiert, wenn ich eines morgens aufwache? und das studium nicht mehr das ist, was es mal war? dreht sich die welt dann schneller oder langsamer? oder was wohl passiert, wenn ich eines morgens aufwache? in einem anderen land, am ende der welt? dreht sich die welt dann schneller oder langsamer? und was wohl passiert, bis sich meine welt gar nicht mehr dreht? weder um mich noch um ein 'dich' noch um sich selbst? dann klingelt wieder das telefon, es schreibt der entfernte bekannte. entfernt, weil er in den bergen sitzt. bekannt, weil ich nicht weiss, was er sonst ist. was wohl passiert, wenn ich morgen aufwache? weiss ich dann, was er ist? oder ist es immer noch okay, so wie es ist? dann sehe ich, wie wie sich untem am hang ein fenster erhellt. wie sich menschen hinter den vorhängen bewegen. was wohl gerade an anderen orten der welt passiert? sitzt irgendwo jemand, der aufgehört hat zu fragen? oder gerade erst damit begonnen hat? jemand mit den antworten, die ich brauche? dann bemerke ich, wie sich das fieber wieder ausbreitet. mich wärmt. das schlimmste ist, auf das radfahren zu verzichten. beim fahren finde ich antworten. auf alles. stattdessen sitze ich auf dem hügel. schaue auf das dorf hinunter. anfangs nur mit einer frage. ich wollte wissen, wieso es so schwer ist. wieso man überhaupt etwas aufgeben muss. jetzt sind es so viele fragen. irgendwann steh ich wieder auf und gehe. jetzt sind zwei plätze unbesetzt. es ist anscheinend doch noch zu früh für den winter.
Dienstag, 9. September 2008
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