Dienstag, 16. September 2008

dry lips
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die ruhe vor dem sturm. und dann seh ich sie den berg hochkommen. der erste wagen, dann noch einer, und noch einer. und noch einer und noch einer und noch einer. und nach 10 sekunden ist es dann vorbei mit der stille.
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und als sie erklärt, wie lange sie heute morgen schon gekämpft haben. weil er die matschsachen nicht anziehen wollte. weil er angst hatte, dass die anderen ihn auslachen. da denke ich mir "mensch. was geht in diesen kindern vor?" und verkneife mir die frage, ob ich ihm mir ausleihen könnte. um ihn als lebendes beispiel an meine hausarbeit zu hängen.
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dieser eine moment. als sie durch die tür kommt und sofort eine traube von kindern um arme, beine, rücken hängen hat. ich bleibe am fenster stehen, schaue ab und zu hin und ganz kurz treffen sich unsere blicke. als die kinder dann fertig sind kommt sie zu mir und ohne etwas zu sagen liegen wir uns in den armen.
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wir sitzen im kreis und zeigen im blitzlich stolz die dinge vom vormittag. die verletzungen werden als besonders mutig und besonders gefährlich eingestuft. von meiner position aus habe ich alles im blick. aber immer wieder springt der blick aus dem kreis. weit weg. und ich muss mich immer wieder ermahnen.

auch ermahen muss ich mich, als ich dort an der strasse stehe. und die autos durchwinke. und sie dort sitzen sehe. wie sie die äste an die seite biegen, sich kugeln und stapeln, nur um ja nichts zu verpassen. und als grad kein auto in sicht ist, laufe ich schnell rüber, quetsche mich dazwischen und werde auch gleich sofort angestupst. "er hat ein vorwerk dran. siehst du das?" wir beobachten alles. wie er fährt, wie er wendet, wie sie tauschen. wie fasziniert sie sind. wie fasziniert ICH bin. himmel, dass kann so nicht weitergehen. bei ihnen schon. aber nicht bei mir.














(als dann alle weg sind. und er der letzte ist. zwei sekunden nach aufnahme des bildes dreht er sich um und sagt: "meine mama ist sooo nett, wenn sie immer so viel zu spät kommt. weil dann kann ich länger beim heckseln zu gucken.")
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so caught up in the speed of the days
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wie er mich noch auslacht, mit meiner schneehose und noch sagt "heute wirds warm. wetten?" und ich ihm auf die stirn tippe und sage "pah. du spinnst wohl." (und wie ich dann mittags ins schwitzen kam.) (ich frage mich, ob er die kiste bier damals bekam. ansonsten ist es dann jetz soweit.)
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ich brauch die luft, den platz, die freiheit. in den räumen ist es mir zu stickig, zu muffig. wie losgelöst ich heute war. und wie gut die nachmittagsschicht ging. weil wir alle zufrieden und müde genau wussten, was wir wollten. und ich machen durfte. wie ich wollte. und wie sie dann sagte, ich solle doch tauschen. freiburg gegen paderborn. festeinstellung. da geht mir das herz auf wie schon lang nicht mehr. gleichzeitig denke ich: ha. genau deshalb werde ich es NICHT tun. und alles, was ich hoffe, ist, dass sie es weitererzählt.
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erst: wie ich zurückrolle. oben am berg.
dann: wie ich auf die fresse flog. mitten am berg
am ende dann: wie ich denke: mist. unten am berg.
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ich sagte, ich wollte nicht lästern. im eifer der diskussion kriegen sie gar nicht mit, wie ich mich sehr wohl über die zickerei freue.
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what makes it shine, what makes it mine
but I don't care.
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wie ich gesessen habe. vor 23 zeilen. und wie ich nicht vorwärts und nich rückwärts kam. nur seitwärts. und dabei: tryin to make no sound.
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das telefon. der tausch. der unfaire tausch.

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