Montag, 10. März 2008

arriving somewhere... (3)

ja, als ich die muu-verpackungen auf dem tisch vor mir sah, war mir klar: der tag wird grandios. wurde er dann auch. später. erstmal habe ich in meiner freude festgestellt, dass ich alleine in der wohnung war und diese ohne schlüssel ja schlecht verlassen konnte. da war ich also in island angekommen, hatte den ersten tag irgendwo am rande von reykjavik überlebt und war nun in einer versifften bude gefangen, während draussen die trolle spazieren gingen und das isländische leben quasi nur auf mich zu warten schien. so eine tatsache kann einen ganz schön fertig machen. es folgte ein unbefriedigendes telefonat nach hause und ein verwirrender anruf an meine farm. der mann am anderen ende der rauschenden leitung sprach deutsch, schien jung zu sein und verneinte, nein, es gäbe keinen bus, der mich jetzt sofort und auf der stelle abholen könnte. aber ich solle mich nich verrückt machen. und bis morgen dann, sagte er. ich hatte ja keine ahnung. zum ersten, wer er überhaupt war und zum zweiten, welche rolle dieser junge mann noch spielen sollte. und bis heute spielt.

und dann, so ganz schicksals-like, fand ich am schlüsselbrett den ersatzwohnungsschlüssel. keine zwei sekunden später schloss ich die tür hinter mir und stand auf dem gehweg. draussen war es tatsächlich anders als drinnen. vielleicht lag es an dem wirklich miesen vorherigen tag, dass ich die strassen und den weiten himmel als doppelte freiheit empfand. ich ging die strassen hinunter und konnte es mir nicht verkneifen, jeden einzelnen passanten zu grüssen.

ich war ja so aufgeregt. meine ersten schritte auf wirklichem isländischen grund und boden. die ersten isländer mit wollmütze. hach. ich war ja so aufgeregt. und kaum spürte ich den eiskalten wind im nacken, war der ganze mist von gestern vergessen. ich stand an einer relativ einfachen kreuzung unter einem wahnsinns grossen himmel und sah direkt aufs meer, während ich darauf wartete, dass die ampel umsprang. ich war ja so aufgeregt. und kaum sprang die ampel auf grün, ging ich los. und der eiskalte wind pfiff mir um die nase, während ich all die eindrücke um mich herum aufsog wie ein schwamm. und als ich beim meer ankam, mich umdrehte und wieder hoch zur siffwohnung blickte, dachte ich mir "mit dem meer im rücken kann dir eigentlich nichts mehr passieren." nur dauert es eben seine zeit, bis man kapiert, dass man das meer auch wirklich im rücken hat. und während ich nach ein paar stunden fast erfroren, aber irgendwie zufrieden wieder zurückwanderte, nahm ich mir fest vor, abends die duschgeräusche geflissentlich zu überhören. es war ja jetzt irgendwie anders.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

"... meine ersten schritte auf wirklichem isländischen grund und boden ... "

Ich erinnere mich so gut! Angekommen am Flughafen, und dann draußen, Wind und Duft und Temperatur. Ein einziges Jubeln (was so ganz am Rand Rejkjaviks kurz geschmälert wurde, weil' s so häßlich ist, aber dann, mit jedem Stückchen mehr dieses schönen Landes ... ). Ach. Ich war so aufgeregt.

Anonym hat gesagt…

jajajaja! sie haben ja so recht!!

[ich hab ja jetzt ein bisschen respekt vor ihrem gedächtnis - ich hoffe, ich kann mich in 10 jahren auch noch so genau dran erinnern. und das ist jetzt auch echt nich böse gemeint :-) ]

Anonym hat gesagt…

Ich fühl mich auch in keinster Weise angegriffen ...

Es gibt eben diese alles überragenden Dinge, an die man sich immer genau erinnern wird - ob Geburt des Kindes, Hochzeit oder Island.
:)